Vollversammlung der Handwerkskammer konstitutiert sichWolfgang Jacob bleibt Kammerpräsident
Wolfgang Jacob wird als Präsident für weitere fünf Jahre die Geschicke des Ostthüringer Handwerks leiten. Auf ihrer konstituierenden Sitzung haben sich die Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammer mit großer Mehrheit für eine Wiederwahl des Bau- und Möbeltischlermeisters aus Bürgel ausgesprochen.
Auch die beiden Vizepräsidenten wurden im Amt bestätigt. Zum Vizepräsidenten der Arbeitgeberseite wählte die Vollversammlung Maler- und Lackierermeister Udo Ritter aus Greiz und zum Vizepräsidenten der Arbeitnehmerseite den Automobilkaufmann Marcus Glaser aus Gera.
Zwei neue Vorstandsmitglieder
Veränderungen gab es bei der Wahl der weiteren Vorstandsmitglieder. Neu in den Vorstand gewählt wurden durch die Mitglieder der Vollversammlung Maurermeister Michael Sänger aus Langenorla sowie Kraftfahrzeugtechnikermeister Matthias Dröschler aus Stadtroda für die Arbeitgeberseite. Sie treten die Nachfolge von Elektroinstallateurmeister Michael Stauch aus Saalfeld und Kraftfahrzeugtechnikermeister Thomas Roth aus Greiz an.
Beide haben sich in den letzten Jahren maßgeblich um die Entwicklung der Handwerkskammer für Ostthüringen verdient gemacht. Insbesondere die Umstrukturierung und Neuausrichtung der Bildungsstandorte der Handwerkskammer wurden durch sie mit vorbereitet und begleitet. So wurden wichtige Voraussetzzungen geschaffen, um die Ausbildung und Qualifizierung des Fachkräftenachwuchses zukunftssicher zu gestalten. Bankkauffrau Heidi Hoffmann aus Bad Klosterlausnitz wurde für die Arbeitnehmerseite als Vorstandsmitglied wiedergewählt.
„Ich freue mich, dass mir die Vollversammlung als höchstes Gremium des Ostthüringer Handwerks erneut das Vertrauen ausgesprochen hat“, so der Präsident Wolfgang Jacob. „Mein Ziel ist es, die intensive Arbeit fortzuführen, um die Handwerkskammer als Dienstleister für alle Mitgliedsbetriebe weiter zu stärken“, sagte er.
Arbeitsschwerpunkte benannt
Hauptziele seiner Arbeit sind in den kommenden fünf Jahren unter anderem den Bürokratieabbau weiter vehement gegenüber der Politik einzufordern und die Berufsorientierung als festen Baustein für die Nachwuchssicherung zu verankern. Gleichzeitig möchte er sich für die Umsetzung der von der Bundesregierung zugesagten kostenfreien Meisterausbildung stark machen. „Für mich ist es jetzt wichtig, dass wir uns alle gemeinsam im Ostthüringer Handwerk den stetigen neuen Herausforderungen stellen. Denn nur zusammen können wir das Handwerk in Ostthüringen als einen der wichtigsten Wirtschaftszweige noch weiter voranbringen“, warb Wolfgang Jacob um die Unterstützung und Mitarbeit aller Handwerkerinnen und Handwerker in Ostthüringen.
Vor dem neu gewählten Vorstand und den Vollversammlungsmitgliedern liegen in den kommenden fünf Jahren viele Aufgaben, die zu bewältigen sind und die es jetzt konzentriert anzugehen gilt.
Um diese Aufgaben bewältigen zu können, wurden auch weitere Ausschüsse mit ihren Mitgliedern neu berufen, so der Berufsbildungsausschuss, der Rechnungsprüfungsausschuss sowie der Bau- und Vergabeausschuss der Handwerkskammer für Ostthüringen.
Interessenvertretung stärken
Zu Beginn der Vollversammlung ging der wiedergewählte Kammerpräsident Wolfgang Jacob auf die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit der Handwerkskammer im Interesse ihrer Mitgliedsbetriebe ein. Insbesondere die Interessenvertretung des Ostthüringer Handwerks gegenüber der Politik stand und steht dabei im Mittelpunkt. So war das zurückliegende Jahr von unzähligen Veranstaltungen, Treffen und Gesprächen mit Politikern sowohl auf Landes- als auch kommunaler Ebene geprägt, um auf die prekäre Situation des handwerklichen Mittelstandes hinzuweisen und Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Als Beispiele nannte Wolfgang Jacob die Wahlarena im Vorfeld der Bundestagswahl in Gera, den Handwerkertalk als neues Format, das im kommenden Jahr seine Fortsetzung finden wird, den Wirtschaftsempfang gemeinsam mit der IHK Ostthüringen sowie den Austausch mit Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John und oder Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt. „Gehör haben wir gefunden und auch viele zustimmende Worte erhalten. Aber diesen Worten müssen endlich Taten folgen, die spürbar bei unseren Betrieben ankommen“, macht Wolfgang Jacob deutlich und versichert, hier weiter vehement am Ball zu bleiben, um Verbesserungen für die Handwerksunternehmen zu erreichen.
Aus- und Weiterbildung forcieren
Ebenso wies er in seinem Bericht auf die vielfältigen Maßnahmen hin, die zur Steigerung des Berufsnachwuchses im Handwerk beitragen sollen. Dazu gehören unter anderem das Projekt „Handwerksbotschafter“ mit zahlreichen Videos regionaler Protagonisten, um die Vielfalt der handwerklichen Ausbildung in die Breite zu tragen, der jährliche thüringenweite Schülerwettbewerb „Klasse Handwerk“ sowie unzählige Betriebskontakte, Ausbildungsmessen und die verstärkte Zusammenarbeit mit Landkreisen und Schulen für Schülerpraktika. Apropos Praktika: Hier konnte in diesem Jahr durch das Engagement der Thüringer Handwerkskammern erreicht werden, dass die Finanzierung der Prämie für Schülerferienpraktika auch für die kommenden zwei Jahre seitens des Freistaates abgesichert wurde.
Aber auch in der Meisterausbildung wurden erfolgreich neue Wege gegangen. Die Einführung von Vollzeitkursen hat sich bewährt und wird von Interessierten sehr gut angenommen. Diese Angebote sollen daher auch im kommenden Jahr weiter ausgebaut werden.
Investitionen in die Zukunft
Um die Handwerkskammer als attraktiven Bildungsdienstleister noch besser aufzustellen, sind aber auch stetige Investitionen erforderlich. So wurde beispielsweise ein modernes 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum für das Holzhandwerk in der Bildungsstätte Zeulenroda in Betrieb genommen. Aber auch in die Unterbringung von Azubis und Lehrgangsteilnehmern wurde investiert, so dass im Sommer dieses Jahres das neue Internat in der Bildungsstätte Rudolstadt seine Türen öffnen konnte.
Zudem laufen derzeit Investitionen in eine mobile Wärmepumpe sowohl für die Aus- und Weiterbildung als auch für die Nachwuchswerbung in Schulen sowie der Bau einer modernen Schweißwerkstatt in der Bildungsstätte in Gera.
Schließlich ging Wolfgang Jacob auch auf die Problematik der Unternehmensnachfolge ein, die das Ostthüringer Handwerk in den kommenden zehn Jahren vor massive Herausforderungen stellt. Auch werde die Handwerkskammer, gemeinsam mit den neu gewählten Vollversammlungsmitgliedern, alle Anstrengungen unternehmen, damit die handwerklichen Strukturen in Ostthüringen erhalten und im Idealfall noch weiter ausgebaut werden.
Titelbild: Der neu gewählte Vorstand der Handwerkskammer für Ostthüringen für die kommenden fünf Jahre: Vorstandsmitglied Heidi Hoffmann, Arbeitgeber-Vizepräsident Udo Ritter, Präsident Wolfgang Jacob, Arbeitnehmer-Vizepräsident Marcus Glaser sowie die Vorstandsmitglieder Matthias Dröschler und Michael Sänger (v.l.).