HWK für Ostthüringen

Zeugnisse für Tischler nach praktischer MeisterprüfungMeisterwerke aus Holz

Neun junge Männer erhielten nach bestandenen Meisterprüfungen in den Teilen I und II im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Bildungsstätte der Handwerkskammer für Ostthüringen in Zeulenroda ihre Prüfungszeugnisse. Vier von ihnen haben damit bereits den Meisterbrief in der Tasche. Die übrigen fünf müssen noch weitere Teile der Meisterprüfung absolvieren, um künftig ebenfalls den Titel Handwerksmeister tragen zu können.

Bei der Vorstellung der Meisterstücke wurden eindrucksvoll Ideenreichtum, Kreativität und handwerkliches Können der fertigen und angehenden Tischlermeister sichtbar. „Die Verwendung des Naturrohstoffes Holz in seinen vielen Arten und Facetten in Kombination mit anderen Rohstoffen, Materialien, verschiedenen Oberflächen sowie die vielfältigen angewandten Arbeitstechniken unterstreichen das Besondere“, sagte Dr. Thomas Heyn, Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses.

Einzigartige Meisterstücke in Design, Form und Material

Der Vielfalt der Ideen waren keine Grenzen gesetzt, wie die ausgestellten Meisterstücke eindrucksvoll belegten. Bei der Präsentation konnten die Besucher unter anderem eine Tür mit besonderer Zweifarbigkeit und unterschiedlichen Stilelementen bestaunen. Ebenso ausgestellt war ein Sitzmöbel aus Eiche mit Wasserfalleffekt, das als Leseplatz konzipiert wurde.

Zu den weiteren Meisterstücken zählten eine Anrichte für den Bereich neben einer Küchenfläche mit dreidimensional gestalteten Türen sowie ein Schreibtisch aus amerikanischem Nussbaum mit Stahlzargen in markanter Industrieoptik.

Paul Groch aus Erfurt ließ seine Leidenschaft für Kaffee in ein Funktionsmöbel für eine Siebträger-Espressomaschine einfließen.

Robin Dunkel aus Neustadt an der Orla fertigte eine ganz besondere Truhe an. Nach seiner Ausbildung zum Tischler absolvierte er ein Studium an der Bauhaus-Universität Weimar und entschied sich anschließend für die Weiterbildung zum Tischlermeister. Diese Erfahrungen im Bereich Design und Ästhetik spiegeln sich in seinem Meisterstück aus Räucherbuche in Kombination mit Mineralwerkstoffen wider. Besonders prägnant ist die Gestaltung des Truhendeckels: Dort gehen Vögel und Fische in eine fließende Formensprache über und bilden eine Einheit. So vereint das Meisterstück die vier Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft zu einem harmonischen Gesamtwerk.

Das Meisterstück von Julius Scheibel aus Altenberga soll seinen Nutzer sprichwörtlich umarmen. Der aus Ulme gefertigte Schreibtisch überzeugt mit einer harmonischen, geschwungenen Form und setzt in jedem Raum besondere Akzente. Eine zusätzliche Herausforderung bestand darin, die Schubkästen an die Formgebung anzupassen und den vorhandenen Stauraum vollständig auszunutzen. In den Schubkästen wurde zudem Zedernholz verarbeitet.

Für sein Meisterstück wurde Julius Scheibel während der Feierstunde als bester Absolvent der Prüfungen ausgezeichnet.

Perfekte Verbindung von Tradition und Innovation

Vor der Übergabe der Zeugnisse wünschte Standortleiterin Katrin Illgen den Absolventen viel Erfolg für ihren weiteren beruflichen Weg.

„Wer ihre Meisterstücke betrachtet, erkennt schnell, wie viel Herzblut, Präzision und fachliches Können in ihnen steckt. Sie zeigen eindrucksvoll, was modernes Tischlerhandwerk leisten kann“, sagte Katrin Illgen.

Für sie verbindet das Tischlerhandwerk Tradition und Innovation wie kaum ein anderes Gewerk. „Der Werkstoff Holz begleitet die Menschheit seit Jahrhunderten und ist heute aktueller denn je. Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und individuelle Gestaltung machen Holz zu einem Werkstoff der Zukunft“, betonte die Standortleiterin.

Erst durch das Wissen, die Erfahrung und die Kreativität von Handwerkerinnen und Handwerkern entstünden jedoch einzigartige Produkte, die Menschen über viele Jahre begleiten.

Gleichzeitig gab sie den Meisterabsolventen mit auf den Weg, auch künftig mit Qualität und handwerklichen Meisterleistungen zu überzeugen. Die Ergebnisse ihrer Meisterprüfungen hätten eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in ihnen steckt – unabhängig davon, ob sie künftig als angestellte Meister oder in einer eigenen Selbstständigkeit tätig sein werden.

Neuer Meisterkurs startet am 4. Januar 2027

Tischlergesellinnen und Tischlergesellen, die sich ebenfalls für die Meisterausbildung interessieren, sollten sich bereits jetzt den 4. Januar 2027 vormerken. An diesem Tag startet der nächste Vollzeit-Meisterkurs.

Nähere Informationen zu den Lehrgängen sowie zu attraktiven Fördermöglichkeiten erhalten Interessierte bei Kerstin Noack von der Handwerkskammer für Ostthüringen unter Telefon 0365 8225-184 oder per E-Mail an noack@hwk-gera.de. Dort ist auch die Anmeldung möglich.



Titelbild: Das sind die neun erfolgreichen Tischler nach ihrer absolvierten praktischen Meisterprüfung am Meisterstück von Julius Scheibel, bevor sie ihre Zeugnisse in Empfang nehmen konnten.