Amadeus Höhn

Erste Meisterprüfungen für Klemnper in Lehesten Meisterhaft in Können und Kreativität

Ein weiterer bedeutender Meilenstein in der mehr als 115-jährigen Geschichte der Dachdeckerfachschule Lehesten wurde jetzt mit der Meisterprüfung im Klempner-/Spenglerhandwerk gesetzt.

Anfang August 2025 stellten sich zehn motivierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer – acht Männer und zwei Frauen aus drei Bundesländern der Herausforderung an die anspruchsvolle Weiterbildung, die sie gezielt auf die Meisterprüfung im Klempnerhandwerk vorbereitet.

In 790 Stunden zum Klempnermeister

Nach 790 Unterrichtseinheiten lagern mit der Prüfung hinter ihnen. Die Praxis bezog sich auf Inhalte wie Dachdeckungen, Dachentwässerung, Fassadenbekleidung und kreative Gestaltung bezogen sowie die Theorie auf Werkstoffkunde, Bauphysik, Fachrechnen und -zeichnen, CAD, Dach- und Fassadensysteme, Bauvertragsrecht, Vor- und Nachkalkulation, Auftragsbeschaffung und –abwicklung. Aber auch Themen der allgemeinen Arbeitssicherheit standen auf dem Lehrplan.

Startschuss mit der Theorieprüfung

Nach den letzten Unterrichtstagen im neuen Jahr wurden die angehenden Meister in den drei Handlungsfeldern Fertigungs-, Montage- und Instandhaltungstechnik, Auftragsabwicklung sowie Betriebsführung und Betriebsorganisation in der Klempner-Theorie geprüft.

Anschließend setzten sich die Prüflinge intensiv mit der Umsetzung ihres Meisterprüfungsprojektes auseinander – einschließlich der dafür erforderlichen technischen Dokumentation. Im Rahmen dieser Aufgabe fertigten die Teilnehmer individuelle Dachkonstruktionen mit Dachgauben und Schornsteinköpfen an, die mit einer Doppelstehfalzdeckung versehen wurden.



Amadeus Höhn
Stine Klosa aus Saalfeld an ihrem Meisterstück mit gefalztem Schwanenhals und einer Rosenranke an der Dachentwässerung.

Amadeus Höhn
Die Mitglieder des schauten Meisterprüfungsausschusses bei der Bewertung  ganz genau hin und waren oftmals begeistert.

Amadeus Höhn
Noah Jakubowski begeisterte die Prüfer mit seiner ausgefallenen Arbeit und herausragendem mayagoldenem Blickfang.



Rosenranke und mayagoldene Schindeln

Den Meisterschülerinnen und Meisterschülern wurde zudem die Möglichkeit gegeben, gestalterische Elemente in ihr Werkstück einzubringen. Diese kreative Freiheit nutzten mehrere Prüflinge auf individuelle Weise. So integrierte Stine Klosa aus Saalfeld einen gefalzten Schwanenhals mit einer zusätzlichen Rosenranke an der Dachentwässerung ihres Meisterstücks.

Noah Jakubowski, ebenfalls aus Saalfeld, setzte mit seinen selbst gekanteten, mayagoldfarbenen Schindeln einen besonderen optischen Akzent.

So spiegelten die Meisterstücke nicht nur handwerkliche Präzision und technische Kompetenz wider, sondern auch die persönliche Handschrift und gestalterische Vielfalt der Prüflinge.

In der letzten Woche der Prüfung fanden die Fachgespräche und die Situationsaufgabe statt. In der Situationsaufgabe musste ein Fassadenausschnitt einer Steckfalzpaneele nebst Fenstereinfassung in acht Stunden hergestellt werden.

Freude bei den erfolgreichen Prüflingen

Nach intensiven Bewertungen und Gesprächen konnten die Meisterschülerinnen und Meisterschüler aufatmen. Die Prüfungen sind vorüber und die Ergebnisse der Teile 1 & 2 stehen fest. Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen sich bereits jetzt über den Titel Klempnermeister freuen. Für die übrigen heißt es jetzt noch Daumen drücken bei den Teilen 3 und 4 der Meisterprüfung.

Nach der Prüfung ist vor den neuen Meistervorbereitungslehrgängen. So sind am 5. Juni Interessierte zu einem Infotag für zukünftige Meisterschüler im Dachdecker-, Zimmerer- und Klempnerhandwerk auf dem Gelände der Dachdeckerschule eingeladen. Die Anmeldung kann bereits jetzt unter Telefon 036653722308 erfolgen.

 

Titelbild: Neun der insgesamt zehn Prüflinge, darunter auch zwei Frauen, im Klempnerhandwerk stellten sich in der Dachdeckerschule Lehesten dem Fotografen.