Führungriege der Handwerkskammer 2022
HWK für Ostthüringen

Katja König neue stellvertretende Hauptgeschäftsführerin

Vollversammlung der Handwerkskammer votiert einstimmig für die Bildungsexpertin

(28.04.2022) Die Vollversammlung der Handwerkskammer für Ostthüringen hat auf ihrer jüngsten Sitzung Katja König zur neuen stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer gewählt. Sie tritt damit die Nachfolge von Frank Hohle an, der altersbedingt in den Ruhestand verabschiedet wurde.

26 Jahre umfassende Bildungserfahrung

Mit Katja König übernimmt erstmals eine Frau dieses Amt. Sie ist bereits seit dem Jahr 1996 Mitarbeiterin in der Handwerkskammer, war von 2002 bis 2005 Referatsleiterin im Bereich Fortbildung und zeichnete anschließend bis zu ihrer jetzigen Wahl als Referatsleiterin Berufsausbildung für das weite Feld der Nachwuchsgewinnung und Fachkräftesicherung verantwortlich. Auch künftig übernimmt sie Verantwortung für alle Themen der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Durch ihre sehr gute Vernetzung mit regionalen und überregionalen Akteuren ist sie prädestiniert dafür, dass die Handwerkskammer für Ostthüringen weiter ihr volles Augenmerk auf den Bildungssektor im Interesse der Mitgliedsbetriebe legen wird.

Vor die Wahl der neuen stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin stellte Kammerpräsident Wolfgang Jacob jedoch einen Bericht über die Arbeit der Handwerkskammer für Ostthüringen in den zurückliegenden Monaten und würdigte die Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hauptverwaltung und den Bildungsstätten, um den Mitgliedsbetrieben eine umfassende Dienstleistungspalette anbieten zu können.

Geprägt waren die vergangenen Monate vor allem durch die Bewältigung der Coronakrise sowie den Auswirkungen des Ukrainekrieges auf das Ostthüringer Handwerk. Auch wenn derzeit die coronabedingten Einschränkungen größtenteils gefallen sind, so bereiten den Mitgliedsbetrieben vor allem die gestiegenen Material- und Rohstoffpreise Sorgen.

Zwar sind in vielen Branchen die Auftragsbücher gut gefüllt. Doch was nützt das, wenn Material und Rohstoffe fehlen bzw. erheblich teurer geworden sind. Bereits im April vergangenen Jahres hatte Wolfgang Jacob auf diese Schieflage hingewiesen und die Einführung einer verbindlichen Preisgleitklausel für öffentliche Aufträge gefordert.

Preisgleitklausel auf Landes- und Kommunalebene

Nachdem auf Bundesebene nach fast einem Jahr im März dieses Jahres eine entsprechende Regelunge für Aufträge des Bundes getroffen wurde, hat Ende April endlich auch das Thüringer Wirtschaftsministerium mitgeteilt, dass die Bundesregelung auf Landesebene ebenfalls zur Anwendung kommen soll. Gleichzeitig wird in dem Schreiben den Thüringer Gemeinden und Landkreisen empfohlen, die Sonderregelungen unter Einbeziehung der Stoffpreisgleitklausel im Rahmen kommunaler Baumaßnahmen entsprechend anzuwenden.

„Es hat sich damit gezeigt, dass stetiger Druck aus dem Handwerk endlich Gehör gefunden hat“, so Wolfgang Jacob. Gleichzeitig machte er deutlich, dass man jetzt genau prüfen werde, inwieweit auch angrenzende Gewerke mit Tischler oder Maler und Lackierer mit eingeschlossen sind und ob tatsächlich eine zeitnahe Umsetzung auf Landes- und kommunaler Ebene erfolgt.

Noch gravierender sind für die Handwerksunternehmen die Kostenexplosionen bei Strom, Gas und Kraftstoffen, die sich mit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine seit Februar noch einmal verschärft haben.

Deutlichere Entlastung bei Energiekosten angemahnt

Für viele Handwerksunternehmen bedeuten die gestiegenen Kraftstoffpreise eine existenziell prekäre Situation. Zwar hat die Regierungskoalition ein Entlastungspaket beschlossen. „Doch dieses reicht bei weitem nicht aus und geht in vielen Bereichen an der Realität in den Handwerksbetrieben vorbei“, so Wolfgang Jacob. Deshalb muss es aus seiner Sicht eine Entlastung für alle, also auch für die Unternehmen geben.

Seine Forderungen: Eine Absenkung der Steuern und Abgaben auf Strom und Gas um jeweils die Hälfte bzw. die Einführung eines verbrauchabhängigen Zuschusses für Unternehmen sowie die Absenkung der Energiesteuer um mindestens 40 Cent pro Liter sowohl auf Benzin als auch Diesel.

Auch die Handwerkskammer selbst unterstützt durch den Abschluss entsprechender Rahmenverträge. So können Handwerksunternehmen beispielsweise mit der TOTAL Card Rabatte und Vergünstigungen bei Kraftstoffen erhalten oder durch einen Vertrag mit der Thüringer Energie AG einen Bonus bei Strom und Gas erhalten.

Stärkere Förderung alternativer Energien ein Muss

Nicht zuletzt stehen die Berater der Handwerkskammer sowie des Umweltzentrums des Handwerks Thüringen den Unternehmen bei allen Fragen der Ressourceneinsparung und damit Senkung der Betriebskosten beratend zur Seite.

In diesem Zusammenhang fordert Kammerpräsident Wolfgang Jacob seitens der Politik eine schnelle Investition in Speicherkapazitäten für alternativen Strom sowie eine Förderung alternativen Anlagen von 75 Prozent der Gesamtkosten. „Das wäre eine wirkliche Investition in die Zukunft“, lautet seine klare Aussage.

Bei all diesen zusätzlichen Herausforderungen hat die Handwerkskammer aber auch einen besonders wichtigen Punkt nicht aus den Augen verloren: die Gewinnung und Sicherung des Fachkräftenachwuchses. So gibt es neben den bewährten Aktivitäten wie der Lehrstellenbörse, der Ausbildungshotline, einer Vielzahl an Ausbildungsmessen sowie dem Ausbildungsevent am 17. September dieses Jahres in der Bildungsstätte Gera viele neue Angebote. Dazu gehören Eltern-Workshops und vor allem Aktionen, um Jugendliche dort zu erreichen, wo sie aktiv sind.

Insbesondere der Sport bietet hier einen guten Ansatzpunkt. So läuft derzeit auch noch die Sportaktion unter dem Motto „Dein Verein – Ostthüringen bewegen“. Aber auch Veranstaltungen wie „Gera Beach“ im Juli und ein Pilotprojekt im Altenburger Land gehören dazu. Hier bieten sich viele Ansatzpunkte, mit Sportvereinen und damit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen.

Nachwuchswerbung wird auf die Straße gebracht

Um die Nachwuchswerbung auch in die Fläche zu tragen, wird es noch in diesem Jahr einen Tourbus des Handwerks geben, der beispielsweise bei Messen, Schulhofaktionen und zahlreichen Veranstaltungen zum Einsatz kommt, um auf die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten im Handwerk aufmerksam zu machen. Der Tourbus wird aber nicht nur für die Nachwuchswerbung genutzt, sondern findet seine Einsatzmöglichkeiten ebenso bei Veranstaltungen des Umweltzentrums oder den anderen Beraterteams der Handwerkskammer.

Gern stellt die Handwerkskammer den Tourbus ebenso bei Bedarf den Kreishandwerkerschaften oder Innungen für ihre Veranstaltungen zur Verfügung.

Um Ausbildungsbetriebe künftig noch besser zu informieren, gibt es ganz neu auch eine Servicemappe für diese Unternehmen, in denen alle wichtigen Infos rund um die Ausbildung der neuen Azubis immer griffbereit sind. Für die Auszubildenden selbst wird es ebenfalls ab dem kommenden Ausbildungsjahr eine Neuerung geben: die Azubi-Card. Im Scheckkartenformat dient sie den Azubis als Nachweis ihrer Ausbildung im Handwerk und soll durch viele nützliche Zusatzfunktionen ergänzt werden.

Nicht zuletzt wird auch weiterhin verstärkt auf eine Forcierung der Weiterbildung und insbesondere der Meisterfortbildung gesetzt, denn die Meisterinnen und Meister sind es, die für Qualität und hohe Ausbildungsleistung im Handwerk stehen. Dafür werden die entsprechenden Lehrgänge in der Meisterfortbildung noch passgenauer auf die Bedürfnisse der Meisterinteressenten abgestimmt.

Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass es seitens des Landes Thüringen nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr auch im Jahr 2022 wieder den Meisterbonus von 1.000 Euro für alle erfolgreichen Meisterabsolventen sowie die Meistergründungsprämie von bis zu 7.500 Euro geben wird.

Das ist ein wirklich toller Anreiz, der dafür sorgen kann, dass noch mehr Interessierte den Weg in die Meisterfortbildung und später in die Unternehmensgründung bzw. -nachfolge finden.

Nicht zuletzt legte die Vollversammlung auf ihrer Sitzung mit einer ganzen Reihe von Beschlüssen den Grundstein dafür, dass das Dienstleistungs- und Serviceangebot der Handwerkskammer auch in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden kann, um den Ostthüringer Handwerksunternehmen die bestmögliche Unterstützung zuteil werden zu lassen.

 

 

Titelbild: Die neu formierte Führungsspitze der Handwerkskammer für Ostthüringen mit Kammerpräsident Wolfgang Jacob, der neu gewählten stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin Katja König sowie dem Hauptgeschäftsführer Karsten Sachse (v.l.). Ein starkes Trio, dass die Entwicklung der Handwerkskammer als Dienstleister für die Mitgliedsunternehmen weiter vorantreiben möchte.