Christoph Hübner startet Auslandspraktikum in NeuseelandErster Azubi in Übersee
Für Christoph Hübner beginnt ein besonderes Kapitel seiner Ausbildung. Der angehende Land- und Baumaschinenmechatroniker absolviert von Anfang Januar bis Ende März 2026 ein dreimonatiges Auslandspraktikum in Neuseeland. Als erster Auszubildender aus Ostthüringen und zugleich als erster Azubi seines Ausbildungsbetriebes der Landmaschinen- und Kfz-Handel Starkenberg GmbH wagt er diesen Schritt.
Impuls durch Mobilitätsberatung
Aktuell befindet sich Hübner mitten in seiner Ausbildung, welche noch bis zum Januar 2027 andauert. Den Impuls für den Auslandsaufenthalt erhielt er bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Auslandspraktikum an seiner Berufsschule der Johann-Friedrich-Pierer in Altenburg. Diese wurde von Andreas Jörk, Mobilitätsberater der Handwerkskammer für Ostthüringen, im Rahmen des bundesweiten Projektes „Mobilitätsberatung – Berufsbildung ohne Grenzen“, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, durchgeführt.
Rückhalt vom Ausbildungsbetrieb
Auch sein Ausbildungsbetrieb unterstützte Christoph von Anfang an und hatte offene Ohren. „Erfahrungen im Ausland zu sammeln kann nie eine schlechte Idee sein. Wir unterstützen Christoph daher sehr gerne bei seinem Vorhaben“, meint Geschäftsführer Tilo Leipnitz. So unterstützte der Chef den angehenden Land- und Baumaschinenmechatroniker auch bei der Suche des Praktikumsbetriebes. Gefunden wurde dieser schließlich über das weltweite Händlernetz von Fendt und Massey Ferguson. Der Praktikumsplatz befindet sich beim Gastbetrieb JJ Limited in Invercargill, einer rund 55.000 Einwohner zählenden Stadt im Süden Neuseelands.
Bewusste Entscheidung für die Südhalbkugel
Für den jungen Auszubildenden stand früh fest, dass er vor dem Ende seiner Lehrzeit noch einmal im Ausland arbeiten möchte. Bewusst wählte er erst den Zeitraum in der Mitte der Ausbildung, um bereits fachliches Wissen in den Praktikumsbetrieb einbringen zu können. Dass die Wahl schließlich auf Neuseeland fiel, hatte einen klaren Grund: „Ich wollte so weit weg, wie nur möglich“, meint Christoph. Außerdem bot sich ein Ziel auf der Südhalbkugel besonders an, da dort im geplanten Zeitraum des Praktikums die Landwirtschaftliche Hauptsaison ist.
Praktika weckte Leidenschaft für Landwirtschaft
Die Begeisterung für Technik und praktische Arbeit begleitet den jungen Mann schon lange. Bereits vor dem Abitur an der Waldorfschule in Weimar konnte er vielfältige praktische Erfahrungen sammeln. In seiner Schulzeit baute er unter anderem Modelleisenbahnen, absolvierte mehrere Praktika, darunter ein Sozialpraktikum auf einem Bauernhof mit Mithilfe bei der Heuernte sowie ein Praktikum in Frankreich während der Weinlese. „Bei diesen Praktika habe ich die Liebe zu den Landmaschinen gefunden“, sagt er. Auch die stetige technische Weiterentwicklung fasziniert ihn: „Ich liebe es, etwas mit meinen Händen zu tun. Außerdem begeistert mich, dass sich die Technik immer weiterentwickelt und ich ein Teil davon sein kann.“
Intensive Vorbereitung
Auf den Auslandsaufenthalt hat sich Christoph im Vorfeld vor allem sprachlich intensiv vorbereitet. Die gesamte Kommunikation mit den Ansprechpartnern in Neuseeland verlief auf Englisch. „Am Anfang brauchte ich noch oft einen Übersetzer. In meiner letzten Mail musste ich schon nur noch ein Wort nachschlagen“, berichtet er. Zusätzlich nahm er sich den Rat eines ehemaligen Lehrers zu Herzen und schaute Filme und Serien auf Englisch. In den Wochen vor der Abreise hörte er zudem regelmäßig neuseeländisches Radio: „Immer abends nach der Schule beziehungsweise Arbeit habe ich mir über ein Webradio neuseeländische Morningshows angehört. Wenn bei uns abends ist, ist in Neuseeland Morgen.“
Neugier auf Werkstattalltag und Maori-Kultur
Besonders gespannt ist Christoph auf den Werkstattalltag vor Ort. Über soziale Medien konnte er bereits erste Einblicke gewinnen: Die Werkstätten sind deutlich kleiner als in Deutschland, viele Arbeiten finden direkt draußen beim Kunden statt und jeder Mitarbeiter verfügt über einen eigenen Pick-up mit Werkzeug. Auch die Kultur Neuseelands, insbesondere die der Maori, weckt seine Neugier.
Gut begleitet im Auslandabenteuer
Respekt vor dem Schritt hat er, Angst jedoch keine. Der Gastbetrieb unterstützt ihn finanziell, stellt eine Unterkunft zur Verfügung und half auch bei der Organisation eines neuseeländischen Mobilfunkvertrages. Nach seiner Rückkehr will Christoph Hübner seine Erfahrungen weitergeben und über sein Auslandspraktikum berichten – als Beispiel dafür, welche Chancen internationale Mobilität in der beruflichen Ausbildung bieten kann.
Titelbild: Tilo Leipnitz (li.), Geschäftsführer der Landmaschinen- und Kfz-Handel Starkenberg GmbH unterstützt seinen Auszubildenden Christoph Hübner bei seinem Wunsch nach einem Auslandspraktikum in Neuseeland.