Freisprechung von Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft 116 Nachwuchskräfte feiern ihren Abschluss
Mit Applaus, Stolz und vielen bewegenden Momenten wurden 116 junge Frauen und Männer bei der gemeinsamen Gesellenfreisprechung der Handwerkskammer für Ostthüringen und der Kreishandwerkerschaft Altenburg-Gera-Zeulenroda in den Kreis der Fachkräfte aufgenommen. Die Absolventinnen und Absolventen aus insgesamt 16 Ausbildungsberufen erhielten ihre Gesellenbriefe beziehungsweise Facharbeiterzeugnisse. Unter Ihnen sind beispielsweise Anlagenmechanik für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Dachdecker, Tischler, Straßenbauer, Friseure, Bäcker, Fleischer, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Maurer sowie Fliesen-, Platten- und Mosaikleger.
Ein starkes Zeichen für die Zukunft des Handwerks
Bereits zu Beginn der Feier machte Kammerpräsident Wolfgang Jacob deutlich, welche Bedeutung dieser Tag für die jungen Fachkräfte hat. Mit Bezug auf die Imagekampagne des deutschen Handwerks stellte er die Botschaft „Wir können alles, was kommt“ in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Diese gelte insbesondere für die Junggesellen und Jungfacharbeiter, die in den vergangenen Jahren Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein und Leistungsbereitschaft bewiesen hätten.
„Heute gehören Sie zu den Profis“, sagte Jacob. Die 116 neuen Gesellinnen, Gesellen, Facharbeiterinnen und Facharbeiter seien ein starkes Zeichen für die Zukunft des Handwerks in Ostthüringen. Gleichzeitig dankte er den Familien, Ausbildungsbetrieben, Berufsschulen sowie den ehrenamtlichen Mitgliedern der Prüfungsausschüsse, die den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung ermöglicht hätten.
Persönliche Worte eines ehemaligen Absolventen
Für einen besonders persönlichen Höhepunkt sorgte die Festrede von Dachdecker- und Klempnermeister Noah Jakubowski aus Saalfeld. Er stand vor einigen Jahren selbst an gleicher Stelle und erinnerte die Absolventen daran, wie prägend dieser Moment für das weitere Leben sein kann.
„Heute endet nicht nur eure Ausbildungszeit. Heute beginnt ein neuer Abschnitt eures Lebens“, betonte Jakubowski. Hinter jedem Gesellenbrief und Facharbeiterzeugnis steckten nicht nur bestandene Prüfungen, sondern auch frühe Arbeitstage, Berufsschulunterricht, Rückschläge und der Mut, immer wieder weiterzumachen. Gerade deshalb könnten die jungen Fachkräfte heute voller Stolz sagen: „Ich habe es geschafft.“
Jetziger Abschluss ist Start für Kommendes
Anhand seines eigenen Lebensweges zeigte Noah Jakubowski, dass berufliche Karrieren nicht immer geradlinig verlaufen müssen. Nach dem Abitur hatte er ursprünglich ein Architekturstudium geplant, entschied sich dann jedoch für eine Ausbildung im Dachdeckerhandwerk. Rückblickend sei dies eine der besten Entscheidungen seines Lebens gewesen. Sein Appell an die Absolventinnen und Absolventen: Den heutigen Abschluss nicht als Endpunkt, sondern als Startpunkt begreifen. Ob Meisterschule, Weiterbildung, Betriebsübernahme oder Unternehmensgründung – die Möglichkeiten stünden offen.
Zugleich unterstrich er die gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks. „Ohne Handwerk läuft nichts“, sagte Jakubowski. Häuser würden nicht von selbst gebaut, Dächer nicht automatisch gedeckt und Heizungen nicht eigenständig repariert. Hinter all dem stünden qualifizierte Fachkräfte, die täglich Werte schaffen und Zukunft gestalten. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels werde immer deutlicher, wie unverzichtbar gut ausgebildete Handwerkerinnen und Handwerker für Wirtschaft und Gesellschaft seien.
Beste Absolventen erhalten besondere Würdigung
Im Rahmen der Feierstunde wurden auch die drei besten Absolventen besonders geehrt. Dies sind Thi Thuy An Dang, die ihre Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Bäckerei bei der Bäckerei & Konditorei Laudenbach GmbH & Co. KG in Gera absolvierte, Tischler Maximilian Radtke von der Tischlerei Buff GmbH in Crossen an der Elster sowie Dachdecker Nico Meyer aus Bad Blankenburg, ausgebildet im Betrieb von Sascha Menger.
Mit der traditionellen Freisprechung wurden die Absolventinnen und Absolventen offiziell aus ihrem Ausbildungsverhältnis entlassen und in die Gemeinschaft der Fachkräfte aufgenommen. Am Ende stand nicht nur die Freude über einen erfolgreichen Abschluss, sondern auch die Gewissheit, einen Beruf erlernt zu haben, der Zukunft hat. Oder, wie Noah Jakubowski den jungen Handwerkerinnen und Handwerkern mit auf den Weg gab: „Das Handwerk ist das Werk der Hand, beseelt vom Herzen, geleitet vom Verstand.“ Ein Satz, der die Atmosphäre an diesem Tag wohl am treffendsten zusammenfasste.
Titelbild: Ein Bild der Gesellenfreisprechung mit Symbolcharakter. Es zeigt, dass sich immer wieder viele junge Menschen für einen handwerklichen Beruf entscheiden und jetzt als gut ausgebildete Gesellen und Facharbeiter die Zukunft des Handwerks in Ostthüringen und darüber hinaus aktiv mitgestalten werden.