HWK für Ostthüringen

Für seinen Traum bleibt Muhammed in Deutschland Von Istanbul nach Gera

Für Muhammed İhsan Çelik begann alles mit einem Praktikum  und endet vorerst in einem mutigen Neuanfang. Der Student der Fahrzeugtechnik aus der Türkei kam im Frühjahr 2026 nach Gera, um im Autohaus AFA Gera-Nord praktische Erfahrungen zu sammeln. Aus den geplanten vier Monaten wurden jedoch deutlich mehr Zukunftspläne: Nach Abschluss seines Praktikums beginnt er nun eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker mit dem Schwerpunkt Pkw-Technik.

Möglich wurde der Aufenthalt durch ein Pilotprojekt der Koordinierungsstelle „Berufsbildung ohne Grenzen“, der Außenhandelskammer Istanbul und der Yeditepe Universität in Istanbul. Ziel des Projektes ist es, angehenden Absolventen technischer Studiengänge Praxiserfahrungen in deutschen Unternehmen zu ermöglichen. Über die Handwerkskammer für Ostthüringen kam der Kontakt zum Autohaus AFA Gera-Nord zustande.

Schon während des Praktikums wurde dem jungen Türken klar, dass er seinen beruflichen Weg in Deutschland fortsetzen möchte. Seine Begeisterung für Fahrzeuge spielte dabei eine entscheidende Rolle. „Für jemanden, der sich für Fahrzeugtechnik interessiert, ist Deutschland perfekt“, sagt ĺhsan.

Der Entschluss, seine Heimat zu verlassen und alleine in Deutschland zu bleiben, fiel ihm dennoch nicht leicht. „Dennoch war es mein Ziel und daher habe ich diesen Schritt gewagt“, erzählt er. Rückhalt erhält er dabei von seiner Familie, die seine Entscheidung von Anfang an unterstützt und ihm sowohl finanziell als auch moralisch zur Seite steht.

Dass aus dem Praktikum schließlich ein Ausbildungsverhältnis wurde, überraschte im Autohaus niemanden. Die Leistungen und die Einstellung des angehenden Kfz-Mechatronikers überzeugten das gesamte Team.

„Das Feedback der Kollegen zu Ihsan war durchweg positiv. Mit der Entscheidung, ihm nach dem viermonatigen Praktikum einen Ausbildungsplatz anzubieten, haben wir keinen Blindflug gemacht“, betont Geschäftsführer Markus Leischnig.

Auch die organisatorischen Herausforderungen eines internationalen Ausbildungsstarts erwiesen sich als deutlich kleiner als zunächst gedacht. Unterstützt wurde das Unternehmen dabei von der Handwerkskammer für Ostthüringen. Von der Visumsbeantragung über Behördengänge bis hin zur Wohnungssuche begleitete Mobilitätsberater Andreas Jörk den gesamten Prozess.

„Er hat ĺhsan sehr viel geholfen, sei es bei Ämtern, der Wohnungssuche oder anderen Themen. Es war also gar nicht so schwer wie erwartet“, sagt Victoria Schmotz, Personalreferentin des Autohauses.

Für die Handwerkskammer für Ostthüringen ist die Geschichte von İhsan Çelik ein gelungenes Beispiel dafür, wie internationale Fachkräftegewinnung und berufliche Ausbildung zusammenfinden können. Gleichzeitig markiert sein Ausbildungsvertrag einen besonderen Meilenstein: Er ist der 500. Lehrvertrag, der in diesem Jahr bei der Handwerkskammer für Ostthüringen eingetragen wurde. Bei der Vertragsunterzeichnung gratulierte deshalb auch Juliane Geske, Sachgebietsleiterin Nachwuchssicherung, dem Unternehmen und wünschte dem angehenden Auszubildenden einen erfolgreichen Start in seine berufliche Zukunft.

Titelbild: Für İhsan Çelik beginnt damit ein neues Kapitel – fern der Heimat, aber nah an seinem Berufswunsch. Sein Weg zeigt, dass aus einem Praktikum manchmal weit mehr werden kann als nur ein erster Einblick in den Arbeitsalltag.