Seit 105 Jahren Garant für Zweiräder
Karussell-Element
Motorrad Geyer feiert in vierter Generation Seit 105 Jahren Garant für Zweiräder
Wenn in der Werkstatt Motoren geprüft werden, Kunden ihre Maschinen zur Wartung bringen und neue Motorräder den Hof verlassen, dann zeigt sich: Motorrad Geyer ist auch nach 105 Jahren fest auf Kurs. Das Familienunternehmen in Lehndorf bei Nobitz feiert in diesem Jahr sein 105-jähriges Bestehen und blickt dabei auf eine Geschichte zurück, die eng mit dem Handwerk und der Region verbunden ist.
Genau an diesem Standort eröffnete Johannes Geyer im Jahr 1921 seinen Motorradladen und legte damit den Grundstein für ein Unternehmen, das heute in vierter Generation geführt wird. Damals befanden sich Laden, Wohnhaus und Werkstatt noch unter einem Dach. Auf den Firmengründer folgten Horst Geyer und später Klaus-Dieter Geyer, die den Betrieb kontinuierlich weiterentwickelten. Einen wichtigen Meilenstein markierte nach der Wiedervereinigung der Abschluss des Yamaha-Händlervertrages, der den Weg in die Zukunft ebnete.
Heute trägt Tom Geyer die Verantwortung für den Familienbetrieb. Gemeinsam mit seinen Eltern Klaus-Dieter und Romy Geyer führt er die Geschichte des Unternehmens fort. Dass dieser Generationswechsel gelungen ist, erfüllt die Eltern mit besonderem Stolz. „Wir sind sehr stolz auf unseren Sohn, dass er das Unternehmen fortführt. Für uns ist das keine Selbstverständlichkeit“, sagen beide dankbar.
Erinnerungsstück vom Beginn
Wie eng die Familie mit ihrer Geschichte verbunden ist, zeigt ein besonderes Sammlerstück. Noch heute befindet sich eines der ersten von Johannes Geyer verkauften Motorräder im Besitz des Unternehmens: eine Standard BS 500 aus dem Jahr 1924.
Lange Zeit gehörte die Maschine Albert Hoppe aus Lehndorf. Schließlich übergab er das historische Motorrad an die Familie Geyer. „Albert Hoppe gab mir damals das Motorrad, weil er wusste, wie viel es mir und unserer Familie bedeutet. Er wünschte sich, dass wir es für immer gut erhalten – und das werden wir auch tun“, berichtet Tom Geyer.
Die Maschine ist heute weit mehr als ein Oldtimer. Sie verkörpert die Geschichte eines Unternehmens, das über Generationen hinweg mit Zweirädern verbunden ist.
Positiv durch herausfordernde Zeiten
In den vergangenen Jahren musste sich auch Motorrad Geyer neuen Herausforderungen stellen. Entgegen vielen Erwartungen entwickelte sich die Corona-Pandemie jedoch zu einer positiven Phase für das Unternehmen. „Corona war tatsächlich sogar eine der besten Zeiten für unser Unternehmen. Viele wollten raus und haben sich Motorräder gekauft“, erinnert sich Tom Geyer. Davon profitiert der Betrieb bis heute. Die Nachfrage nach Motorrädern sowie Service- und Werkstattleistungen ist hoch. „Aktuell haben wir wirklich viel zu tun, die Werkstatt ist voll und das freut uns sehr“, sagt der Firmeninhaber.
Engagement für den Nachwuchs
Seit jeher gehört auch die Ausbildung junger Menschen zur Unternehmensphilosophie. Bereits sechs Auszubildende absolvierten bei Motorrad Geyer ihre Lehre. Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres wird das Familienunternehmen erneut einen jungen Menschen ausbilden und damit sein Engagement für den handwerklichen Nachwuchs fortsetzen.
Handwerk mit Zukunft
Wolfgang Jacob, Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen, sowie Martin Scheidewig, Geschäftsführer der Kfz-Innung Ostthüringen, überreichten persönlich die Jubiläumsurkunde und würdigten die außergewöhnliche Entwicklung des Familienunternehmens über vier Generationen hinweg. Dabei hoben sie insbesondere die Verbundenheit zur Region, die handwerkliche Qualität sowie das Engagement für den Berufsnachwuchs hervor.
105 Jahre nach der Gründung steht Motorrad Geyer damit nicht nur für eine beeindruckende Unternehmensgeschichte. „Der Betrieb zeigt auch, dass Tradition und Zukunft kein Widerspruch sind und dass sich Beständigkeit, Leidenschaft und handwerkliche Qualität über Generationen hinweg auszahlen“, so Wolfgang Jacob in seiner Laudatio an die Familie Geyer.
Titelbild: Klaus-Dieter Geyer (li.) und Tom Geyer (1. v. r.) nehmen die Glückwünsche anlässlich des 105-jährigen Betriebsjubiläums von Kammerpräsident Wolfgang Jacob (2. v. r.) und Martin Scheidewig, Geschäftsführer der Kfz-Innung Ostthüringen entgegen.