HWK für Ostthüringen

Kleine Bäckerei aus Hohenleuben ganz groß Nachhaltig und regional in die Zukunft

Nachhaltigkeit wird auch in kleinen Handwerksbetrieben ganz groß geschrieben. Bestes Beispiel dafür ist die Bäckerei & Konditorei Grünert in Hohenleuben. Bäckermeister und Inhaber Thomas Grünert konnte nach 2019 jetzt bereits zum 3. Mal die Urkunde zur Teilnahme am Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen (NAT). Diese wurde ihm von Wolfgang Lietz, dem Leiter des Umweltzentrums Thüringen, überreicht. Er gehört damit zu den 157 Ostthüringer Handwerksbetrieben, die sich am Nachhaltigkeitsabkommen beteiligen.

Seit dem Jahr 2010 ist Thomas Grünert Chef des Handwerksbetriebes mit zwei Bäckergesellinnen und zwei Verkäuferinnen. Auch wenn die erste urkundliche Erwähnung bereits mehr als 175 Jahre zurückliegt, ist es für ihn wichtig, immer nach vorn und nicht zurückzublicken. Für ihn ist es eine Herzensangelegenheit, die Bäckerei, in der schon seine Großeltern und Eltern am Backofen standen und in der er seine Ausbildung absolviert hat, energetisch und damit wirtschaftlich aufzustellen.

Bereits in den vergangenen Jahren hat er mit der energetischen Sanierung des Firmengebäudes, der Investition in Maschinentechnik und der Optimierung der betrieblichen Abläufe zu einer nachhaltigen und energieeffizienten Arbeit beigetragen.

85 Prozent autark mit Strom vom Dach

Jüngste Errungenschaft ist der Neubau einer Photovoltaikanlage, die nach der Beantragung im Jahr 2023 und langen Bearbeitungszeiten bei der Thüringer Energienetze TEN endlich Anfang September 2025 vollständig in Betrieb gehen konnte. „So können wir jetzt fast 85 Prozent des täglichen Energiebedarfes autark decken“, erzählt er. Schließlich ist das Bäckerhandwerk ein sehr energieintensiver Wirtschaftszweig.

Nicht zu vergessen ist die Anschaffung eines Elektrofahrzeuges, dass seit Ende Februar dieses Jahres unterwegs ist und über die eigene Wallbox geladen werden kann.

Doch nicht nur mit technischen Neuerungen setzt er auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. „Das kann man mit vielen weiteren, einfach umzusetzenden Maßnahmen erreichen“, so der Bäckermeister. Statt einem mit Strom betriebenen Garraum nutzt er in seiner Bäckerei beispielsweise ein Folienzelt für die Ruhezeit der Teigwaren, was mit fast null Prozent Energieeinsatz gelingt.

Effizientes Arbeiten und Regionalität sind Erfolgsgarant

Zudem hat Thomas Grünert schon seit jeher auf kompakte Arbeitszeiten beim Nutzen der Backöfen gesetzt. „Das spart zusätzlich Energie, wenn die Backöfen vier bis fünf Stunden ständig ausgelastet sind, statt den Backvorgang auf den ganzen Tag zu verteilen.“

Nicht zu vergessen ist die Regionalität der Produkte, um lange Transportwege zu vermeiden. Das Mehl kommt beispielsweise von der Crienitz-Mühle Wünschendorf oder der Gleißner-Mühle in Pöllwitz. Milchlieferungen erfolgen durch die örtliche Hofkäserei Büttner, die ebenfalls Teilnehmer am Nachhaltigkeitsabkommen ist.

Aber auch Tiefkühlartikel und Fertigprodukte wird man bei Grünerts vergeblich suchen. „Ich bin immer bestrebt, neue eigene Rezepturen mit den vorhandenen Produkten umzusetzen. Man kann auch aus wenig Zutaten tolle Produkte zaubern“, ist sich Bäckermeister Thomas Grünert sicher. Klasse statt Masse ist sein Credo. Vier bis acht Brotsorten, acht Brötchensorten und rund 14 Kuchensortern hat er im Sortiment. „Das ist völlig ausreichend, wenn wir den Geschmack unserer Kunden treffen.“

Kundschaft begeistert von Pfannkuchen, Platzkuchen und Co.

Dass Tradition, Regionalität und Nachhaltigkeit einander nicht ausschließen, beweist der Zuspruch und die Treue der Kunden in der Bäckerei. Natürlich gibt es auch bei Thomas Grünert in der Bäckerei bestimmte Backwaren, die bei den Kunden der Renner sind. Insbesondere seine Pfannkuchen bezeichnen seine Kunden als legendär. Aber auch die handgefertigten Brötchen, der traditionelle Thüringisch-Sächsische Hefeblechkuchen oder der Platzkuchen (auch als Huckelkuchen bekannt) sind für die Kunden nicht mehr wegzudenken.

So gut aufgestellt, hat der 50-jährige Bäckermeister mit seinem Team keine Sorge, auch künftig das Bäckerhandwerk in der Region am Leben zu erhalten.



Hintergrundinformationen: Das Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen (NAT)  ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen der Thüringer Landesregierung und der Thüringer Wirtschaft. Es dient als zentrales Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften im Freistaat und existiert seit 2004.

Es verfolgt das Ziel, Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Verwaltung zu stärken, Klima‑, Umwelt- und Ressourcenschutz zu fördern, Energieeffizienz zu steigern und soziale Verantwortung in Unternehmen zu verankern.

Das NAT verbindet Politik, Verwaltung und Unternehmen, um gemeinsame Lösungen für eine zukunftsfähige wirtschaftliche Entwicklung Thüringens zu entwickeln.

 

Titelbild: Bäckermeister Thomas Grünert (li.) konnte in seiner Bäckerei & Konditorei in Hohenleuben bereits zum 3. Mal die Urkunde zur Teilnahme am Nachhalt8igkeitsabkommen Thüringen von Wolfgang Lietz, Leiter des Umweltzentrums Thüringen, in Empfang nehmen.