Friseure, Maler und Tischler in Saalfeld freigesprochenMit Schere, Pinsel und Hobel in die Zukunft
„Wer soll Lehrling sein? Jedermann. Wer soll Geselle sein? Der was kann.“ Mit diesem traditionsreichen Handwerkerspruch erhielt die Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Saalfeld-Pößneck-Rudolstadt einen würdigen Rahmen. Im Vortragssaal der Kreissparkasse in Saalfeld wurden 14 junge Frauen und Männer feierlich von ihren Verpflichtungen als Auszubildende entbunden und in den Gesellenstand erhoben.
Zu den Ehrengästen der Veranstaltung zählten unter anderem Landrat Marco Wolfram sowie die Bürgermeister der Städte Saalfeld und Bad Blankenburg. Vor zahlreichen Angehörigen, Ausbildern und Wegbegleitern nahmen die Absolventinnen und Absolventen ihre Gesellenbriefe entgegen und starten nun als qualifizierte Fachkräfte in das Berufsleben.
Insgesamt stellten sich in diesem Jahr sechs Tischler, zwei Maler, drei Fachpraktiker für Maler und Lackierer sowie drei Friseurinnen den Prüfungen mit Erfolg. Kreishandwerkerschafts-Geschäftsführerin Nicole Kühn gratulierte den jungen Handwerkerinnen und Handwerkern zu ihrem Abschluss. Gleichzeitig ermutigte sie sie, die Traditionen des Handwerks fortzuführen und dessen Werte auch künftig mit Leben zu füllen.
Kreishandwerksmeister Michael Sänger nutzte die Feierstunde, um den Ausbildungsbetrieben, Meistern, Berufsschullehrern und Familien seinen besonderen Dank auszusprechen. Ihr Engagement habe entscheidend dazu beigetragen, dass die jungen Menschen ihre Ausbildung erfolgreich abschließen konnten.
„Wir brauchen im Handwerk Gesellinnen und Gesellen, die mitdenken und kreativ arbeiten“, betonte Sänger. Mit dem erworbenen Abschluss seien die Voraussetzungen geschaffen, um weitere berufliche Schritte zu gehen, etwa eine Meisterausbildung oder zusätzliche Qualifizierungen. Gleichzeitig schlug der Kreishandwerksmeister nachdenkliche Töne an. Die Zahl der erfolgreichen Absolventen sei zu gering. Derzeit werde im Handwerk der Region rechnerisch lediglich eine Fachkraft für zehn bis zwölf Beschäftigte ausgebildet, die altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden. Umso wichtiger sei es, junge Menschen für einen handwerklichen Beruf zu begeistern.
Für die frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Einige von ihnen wollen die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten nutzen und ihre berufliche Laufbahn mit einer Meisterausbildung fortsetzen.
Die Freisprechungsfeier in Saalfeld machte deutlich, worauf es im Handwerk ankommt: auf Menschen, die mit Können, Kreativität und Leidenschaft Werte schaffen. Handwerk ist weit mehr als ein Beruf. Es steht für Innovation, starken Mittelstand und regionale Verbundenheit. Vor allem aber bietet es jungen Menschen eine Zukunft mit Perspektive.
Titelbild: Im Rahmen der feierlichen Freisprechung erhielten auch drei junge Friseurinnen in ihre Gesellenbriefe aus den Händen der Berufsschullehrerinnen Kristina Dick (2.v.r.) und Silke Kallenbach.