18 Meisterschüler stellen Fachkompetenz unter BeweisKfz-Mechatroniker legen Meisterprüfung ab
Die Teilzeit-Meisterschüler im Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk haben ihre Meisterprüfung abgelegt. Hinter ihnen liegen 848 Unterrichtsstunden intensiver Vorbereitung, die nun in einer anspruchsvollen Prüfungsphase ihren Höhepunkt fanden. Über einen Zeitraum von zwei Wochen nahm der Prüfungsausschuss insgesamt 18 angehenden Kraftfahrzeugtechnikermeistern die Prüfungen ab.
Fachwissen unter Beweis gestellt
Im praktischen Teil der Meisterprüfung wurde den Prüflingen ein breites Spektrum an Aufgaben abverlangt, das den Werkstattalltag realitätsnah abbildet. Dazu gehörte unter anderem, ein Fahrzeug vom Kunden anzunehmen, dessen Anliegen aufzunehmen und zu analysieren, das Fahrzeug technisch zu überprüfen und den Kunden fachkundig zu beraten. Auch die Erstellung und Erläuterung eines Kostenvoranschlags, das Anlegen eines Werkstattauftrags sowie die Festlegung des Instandsetzungsweges waren Bestandteil der Prüfung.
Darüber hinaus mussten Fehler und Schäden an Fahrzeugen und deren Systemen diagnostiziert, beurteilt und behoben, Fahrzeugsysteme eingestellt sowie abschließende Mess- und Prüfprotokolle erstellt, bewertet und erläutert werden. Die Qualitätskontrolle, die Rechnungserstellung und -erläuterung sowie die Fahrzeugübergabe an den Kunden rundeten die Prüfungsanforderungen ab. Ergänzt wurde der praktische Teil durch Fachgespräche sowie den Situationsaufgaben, welche die Diagnose und Instandsetzung einzelner Baugruppen bzw. die Einstellung komplexer Fahrzeugsysteme beinhalten.
Vom Konzept zum fertigen Meisterprojekt
Von den 18 Meisterschülern kommen 16 aus der Fachrichtung Pkw-Technik und jeweils ein Teilnehmer aus der Nutzfahrzeugtechnik beziehungsweise Zweiradtechnik. Die gewählte Fachrichtung spielt insbesondere beim Meisterprojekt eine zentrale Rolle. „Schon viele Wochen vorab erhalten die Meisterschüler ihr Thema für das Prüfungsprojekt. Dieses kann zum Beispiel aus Antriebs-, Komfort-, Brems-, Fahrwerks-, Steuerungs- oder Sicherheitssystemen stammen“, erklärt Marcel Klose, Prüfer im Meisterprüfungsausschuss.
Zunächst reichen die Meisterschüler ein Konzept zu ihrem Meisterprojekt beim Prüfungsausschuss ein. Dieser prüft, ob es den Anforderungen einer Meisterprüfung entspricht. Ist dies der Fall, wird das Konzept genehmigt, andernfalls muss nachgearbeitet werden. Zur eigentlichen Prüfung ist eine vollumfängliche schriftliche Projektmappe vorzulegen. Darin werden unter anderem alle Arbeitsschritte dokumentiert, die auch am Meisterprüfungsprojekt vor Ort stattfinden. Ebenso gehören unter anderem Aspekte wie Arbeitsschutz, Materialbedarfsplanung, Fahrzeugdaten, technische Hintergründe und das Projektziel dazu.
Eigenes Fahrzeug präparieren
Für die praktische Prüfung mussten die Meisterschüler jeweils ein eigenes Fahrzeug präparieren – etwa einen Pkw, Lkw oder ein Motorrad. Meisterschüler Christian Rohleder erhielt beispielsweise ein Thema im Bereich Brems- und Komfortsysteme. Wie alle anderen Prüflinge hatte auch er vier Stunden Zeit, um an seinem Meisterprojekt zu arbeiten.
Im Anschluss folgten ein 30-minütiges projektbezogenes Fachgespräch sowie zwei Situationsaufgaben von jeweils 60 Minuten Dauer. „Die Prüfung war nervenaufreibend, anspruchsvoll, aber auch machbar. Wichtig war, dass man auf Feinheiten und die Technik achtet – aber das sollte in einem technischen Beruf wie unserem auch selbstverständlich sein“, urteilt Kraftfahrzeugtechnikermeister Christian Rohleder rückblickend.
Am Ende konnte er sich freuen, mit der Gesamtnote 1 als Bester seines Meisterlehrganges die Prüfung im Teil I abzuschließen. So wie er haben sieben weitere erfolgreiche Meisterabsolventen jetzt den Meisterbrief in der Tasche, während die anderen Teilnehmer noch weitere Teile der Meisterprüfung absolvieren müssen.
Titelbild: Christian Rohleder und die anderen Meisterschüler hatten vier Stunden Zeit, um an ihrem Meisterprüfungsprojekt zu arbeiten.