HWk für Ostthüringen

Schwedische Azubis zu Gast in Ostthüringer HandwerksbetriebenHandwerk verbindet Europa

Wenn Werkzeugwagen und Diagnosesysteme zum internationalen Klassenzimmer werden, dann ist wieder Zeit für ein Erasmus+-Praktikum. Im Oktober ist das Ostthüringer Handwerk wieder Gastgeber für neun junge Schweden aus Jönköping, Uppsala und Uddevalla. Alle neun Azubis befinden sich aktuell im dritten Lehrjahr und werden zu Land- und Baumaschinenmechatronikern sowie Kfz-Mechatronikern ausgebildet.

Zu den Gastunternehmen gehören die Autohaus Kühnert GmbH, die Autohaus Rabold OHG, die Mercedes AUTO-Scholz AVS GmbH & Co. KG, die GERATECH Landmaschinen GmbH, die Max Bögl Transport und Geräte GmbH & Co. KG, die Autohaus am Südbahnhof GmbH & Co. KG, die Raiffeisen Waren GmbH Technik-Center Gera sowie die MAN Truck & Bus Deutschland GmbH in Gera.

Im Mittelpunkt des Aufenthalts stehen das Kennenlernen der dualen Berufsausbildung in Deutschland, praktische Erfahrungen bei Wartungs- und Reparaturarbeiten an Land- und Baumaschinen sowie der Austausch mit deutschen Fachkräften und Auszubildenden. Gleichzeitig sollen die Teilnehmer ihre Englischkenntnisse festigen und interkulturelle Erfahrungen sammeln.

Ein besonderer Aspekt des Programms zeigt sich bei GERATECH: Dort arbeiteten die beiden schwedischen Auszubildenden Anton Johansson und Joel Danielsson eng mit Paul Szöllöskei zusammen. Der Auszubildende im dritten Lehrjahr absolvierte selbst im März 2026 ein vierwöchiges Auslandspraktikum in Schweden. Nun gibt er die Erfahrungen, die er damals sammeln konnte, an seine schwedischen Kollegen weiter.

Organisiert und betreut wird der Aufenthalt von Andreas Jörk, Mobilitätsberater der Handwerkskammer für Ostthüringen. Unterstützt wird das Projekt durch die beteiligten Ostthüringer Gastbetriebe sowie zwei Lehrkräfte aus Schweden, die ebenfalls nach Ostthüringen gereist sind und die Betriebe im Rahmen einer Hospitation besuchten.

Neben der Arbeit in den Werkstätten gehört auch das Kennenlernen von Land und Leuten zum Programm. So wurden die schwedischen Praktikanten unter anderem von GERATECH-Geschäftsführer Daniel Kunick zu einem Champions-League-Spiel von RB Leipzig eingeladen.

Der Austausch zeigt, welchen Stellenwert internationale Erfahrungen mittlerweile in der beruflichen Bildung haben. Für die schwedischen Auszubildenden bietet das Praktikum die Möglichkeit, neue Arbeitsweisen kennenzulernen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig profitieren die ostthüringischen Betriebe von neuen Perspektiven und dem fachlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg.

Titelbild: Paul Szölliskei (v.li.) durfte im März dieses Jahres selbst ein vierwöchiges Auslandspraktikum erleben. Nun teilt er seine Erfahrungen mit den beiden Schweden Joel und Anton, welche zu Gast bei der GERATECH Landmaschinen GmbH sind.