Meisterprüfung fordert Planung, Präzision und KreativitätFliesenleger auf der Zielgeraden
Elf angehende Fliesenlegermeister stellten sich in der Bildungsstätte Gera ihrer anspruchsvollen Meisterprüfung. Seit Oktober 2025 hatten sie dafür intensiv gelernt und bis Ende Februar in Vollzeit die Meisterschulbank gedrückt. Die Teilnehmenden kamen dabei nicht nur aus Thüringen, sondern auch aus Brandenburg, Hessen und Niedersachsen, um sich auf den nächsten Karriereschritt im Handwerk vorzubereiten.
Meisterstück aus eigener Planung
Den zentralen Bestandteil der Prüfung bildete das Meisterstück. Eine Woche lang arbeiteten die angehenden Meister an ihrer praktischen Aufgabe. Die Vorgabe der Prüfungskommission lautete: „Planung, Gestaltung und Anfertigung eines Sitzmöbels im Wellnessbereich.“
Innerhalb dieses Rahmens konnten die Prüflinge ihr Projekt selbst gestalten. Entstanden sind dabei unter anderem aufwendig gestaltete Wellnessliegen sowie verschiedene Sitzmöglichkeiten für den Einsatz in Spa- und Wellnessbereichen. Bereits vor Beginn der praktischen Arbeit mussten die Meisterschüler ihr Meisterstück eigenständig planen. Diese Planung bildete die Grundlage für die anschließende Umsetzung in der praktischen Meisterprüfung
Präzision im Fokus
Während der Fertigung achtete die Prüfungskommission auf zahlreiche handwerkliche Kriterien. Dazu gehörten unter anderem der fachgerechte Bau der Unterkonstruktion, die Ebenflächigkeit der verlegten Materialien sowie eine exakte Maßhaltigkeit der gesamten Konstruktion. Parallel zum praktischen Teil mussten die Prüflinge eine umfangreiche Meistermappe erstellen. Darin dokumentierten sie unter anderem die Kalkulation ihres Projekts mit Material- und Flächenberechnungen sowie die geplanten Arbeitsschritte für Bearbeitung und Verlegung. Außerdem mussten Zeichnungen des Meisterstücks, mit Ansicht, Draufsicht, Maßen und Beschriftungen – sowie Erläuterungen zum geplanten Projekt und ein chronologischer Arbeitsablauf enthalten sein. An diese zuvor festgelegten Planungen mussten sich die Meisterschüler auch während der praktischen Umsetzung halten.
Zeitplanung als Herausforderung
Eine besondere Herausforderung stellte für viele Teilnehmende die zeitliche Planung dar. „Es war schwierig, vorab die benötigte Zeit für die Herstellung des Meisterstückes abzuschätzen. Man kann sich dabei schnell verschätzen“, berichtet Meisterschüler Elias Weschenfelder über seine Erfahrungen während der Prüfung.
Fachgespräch zum Abschluss
Nach der Fertigstellung ihres Meisterstücks mussten sich die Prüflinge zusätzlich einem Fachgespräch stellen. In diesem erläuterten sie der Prüfungskommission ihre Arbeit, erklärten die technischen und gestalterischen Entscheidungen und beantworteten fachliche Fragen zu Planung und Ausführung ihres Projekts.
Am Ende durften sich alle Fliesenleger über ihre bestandene Prüfung freuen und damit einen wichtigen Meilenstein auf ihrem beruflichen Weg erreichen. Zwei von ihnen können sich ab sofort schon Meister nennen, während die anderen noch die Teile III und IV absolvieren müssen.
Der nächste Meisterkurs im Fliesenlegerhandwerk startet am 1. November 2027 erneut in Vollzeit in der Bildungsstätte Gera. Damit bietet sich auch künftig die Möglichkeit, den Meistertitel in diesem anspruchsvollen Handwerksberuf zu erwerben.
Titelbild: Conrad Fiedler fertigte als Meisterstück eine Wellnessliege. Gemeinsam mit anderen Meisterschülern muss auch er noch den Teil III und IV abschließen.