57 junge Handwerker starten ins BerufslebenFestliche Freisprechung im Geraer Rathaus
Mit einer feierlichen Gesellenfreisprechung im festlichen Rathaussaal der Stadt Gera wurden 57 Absolventinnen und Absolventen der Winterprüfungen offiziell in den Gesellenstand erhoben. Die Veranstaltung, organisiert von der Kreishandwerkerschaft Altenburg-Gera-Zeulenroda gemeinsam mit der Handwerkskammer für Ostthüringen, war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Die jungen Fachkräfte verteilen sich auf mehrere Gewerke: 19 Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, sechs Dachdecker, elf Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, 18 Metallbauer, ein Tischler sowie zwei Zimmerer konnten ihre Ausbildung erfolgreich abschließen.
Festlicher Auftakt im Rathaussaal
Eröffnet wurde die Freisprechung von Stefan Haase, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Altenburg-Gera-Zeulenroda. In seiner Ansprache richtete er motivierende Worte an die jungen Handwerker: „Es ist ihre Zeit, ihre Zukunft – und Sie bauen sie.“
Auch Geraer Oberbürgermeister Kurt Dannenberg gratulierte den Absolventinnen und Absolventen. In seiner Rede würdigte er die Bedeutung des Handwerks: „Handwerkliche Qualität braucht Zeit und Übung“, sagte er mit Blick auf die zurückliegende Ausbildungszeit. Gleichzeitig betonte er die gesellschaftliche Rolle des Handwerks: „Jeder dieser Berufe hat eine eigene Tradition, aber alle haben eines gleich – sie schaffen Dinge, die bleiben.“ Und weiter: „Das Handwerk ist eine tragende Säule der Wirtschaft, ohne funktioniert nichts. Vieles wird digital, aber ihre Arbeit bleibt erleb- und fühlbar.“
Auszeichnung der Besten
Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die Jahrgangsbesten ausgezeichnet. Im Zimmererhandwerk wurde Adrian Penker geehrt, der seine Ausbildung im Betrieb von Mario Sieb in Paitzdorf absolvierte. Besonders bemerkenswert: Penker schloss seine Ausbildung bereits sechs Monate vor dem regulären Ausbildungsende ab und erzielte dabei das beste Prüfungsergebnis. Im Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik überzeugte Felix Dreyhaupt, ausgebildet im Betrieb Dirk Dreyhaupt in Weida-Schüptitz. Als bester Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker wurde Tom Braungardt geehrt, der seine Ausbildung bei der Grimm & Partner Fahrzeugbau GmbH & Co. KG in Suhl absolvierte. Im Metallbauerhandwerk erhielt Linus Haase, ausgebildet bei der Metallbau Polenz GmbH in Braunichswalde, die Auszeichnung als Jahrgangsbester.
Auch die Ausbildungsbetriebe der Jahrgangsbesten wurden im Rahmen der Veranstaltung für ihre Ausbildungsleistung gewürdigt.
Freisprechung der Gesellen
Nach der Übergabe der Gesellenbriefe folgte der feierliche Höhepunkt: die traditionelle Freisprechung. Kreishandwerksmeister Mario Sieb sprach die Absolventinnen und Absolventen offiziell von ihren Pflichten als Lehrlinge frei.
Dabei griff er ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe auf, dem er sich anschloss: „Handwerk ist das Werk der Hand, beseelt vom Herzen, geleitet vom Verstand.“ An die jungen Gesellen gerichtet sagte Sieb: „Die Erhebung in den Gesellenstand bedeutet Freiheit. Ihr tragt nun Verantwortung und werdet aus dem Schutz entlassen.“ Verantwortung tragen zu dürfen, sei zugleich eine große Chance: „Ihr könnt unsere Welt mitgestalten. Arbeitet mit Herz und Hand.“
Ehrenamt gewürdigt
Neben den Gesellen wurde auch das ehrenamtliche Engagement in den Prüfungsausschüssen gewürdigt. Für ihren Einsatz ausgezeichnet wurden Jan Blumtritt, stellvertretender Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses der Zimmerer, Steffen Zschako als Vorsitzender sowie Jörn Meinel, stellvertretender Vorsitzender im Gesellenprüfungsausschuss der Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker. Ebenfalls geehrt wurde Manuel Hartung, stellvertretender Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses der Metallbauer sowie Marco Heinig und Andreas Rücker, als Mitglieder des Gesellenprüfungsausschusses der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.
Mit der Freisprechung endet für die jungen Handwerker ein wichtiger Abschnitt ihres beruflichen Weges und zugleich beginnt ein neuer: als Gesellen im Handwerk.