HWK für Ostthüringen

Autohaus Herzog feiert 50-jähriges JubiläumFamilienbetrieb mit Benzin im Blut

Vor 50 Jahren legte Günter Herzog den Grundstein für das heute in Weida etablierte Autohaus Herzog. Was 1976 als Einzelunternehmen begann, wird inzwischen von der zweiten Generation erfolgreich fortgeführt.

Der Weg in die Selbstständigkeit war dabei alles andere als selbstverständlich. Günter Herzog, seit 1965 Ingenieur für Kraftfahrzeugbau, stand damals mitten im Berufsleben. Nach seinem Studium arbeitete er als Direktor der Maschinen-Traktoren-Station (MTS) Frießnitz. Mit den Beschlüssen des VIII. Parteitags der SED eröffnete sich für Nachkommen von Gewerbetreibenden die Möglichkeit, selbst eine Gewerbeerlaubnis zu erhalten. Eine Chance, die Günter Herzog ergriff. „Viele meinten, dass ich doch spinne. Ich hatte ja auch alles – Sekretärin, Dienstwagen und einen sicheren Arbeitsplatz“, erinnert er sich. 1976 meldete er schließlich sein Gewerbe an und reparierte zunächst am väterlichen Standort in der Hohen Straße in Weida vor allem Fahrzeuge aus dem Ostblock. „Damit habe ich den Anzug gegen den Kittel getauscht und selbst geschraubt.“

Nach der Wiedervereinigung begann ein neues Kapitel. 1991 schloss das Unternehmen einen Opel-Händlervertrag ab. Gemeinsam mit sechs Mitarbeitern reparierte Günter Herzog fortan sowohl Opel-Fahrzeuge als auch die bekannten „Russenautos“ wie Wolga oder Moskwitsch. Später erwarb er von der Treuhand den heutigen Unternehmensstandort, der zuvor als Lehrwerkstatt der MTS genutzt wurde.

1997 übergab der heute 85-jährige den Betrieb an seinen Sohn Sylvio. Der Kraftfahrzeugtechnikermeister wandelte das Unternehmen in eine GmbH um und entwickelte es kontinuierlich weiter. Heute ist das Autohaus Herzog der einzige Opel-Servicepartner im Landkreis Greiz.

Besonders stolz ist die Familie darauf, dass mittlerweile alle drei Söhne von Günter Herzog im Unternehmen tätig sind. Neben Geschäftsführer und dem ältesten der drei Brüder, Sylvio, kümmert sich Kfz-Meister Dominik insbesondere um die Fahrzeugelektronik, während Christoph nach seinem Wirtschaftsstudium vor allem die Bereiche Finanzen und Verwaltung verantwortet.

„Die ganze Familie ist hier im Unternehmen. Ich bin sehr froh, dass meine Brüder alle da sind und wir uns gegenseitig unterstützen“, sagt Sylvio Herzog.

HWK für Ostthüringen

Aktuell beschäftigt das Unternehmen neun Mitarbeiter, darunter einen Auszubildenden. Seit 1995 wurden sieben junge Menschen erfolgreich bis zum Gesellenbrief ausgebildet. Besonders erfreulich: Keiner der Ausbildungsverträge wurde vorzeitig gelöst. „Wenn unser jetziger Azubi im nächsten Jahr ausgelernt hat, möchten wir danach einen weiteren ausbilden“, betont Günter Herzog.

Anlässlich des 50-jährigen Betriebsjubiläum gratulierten Wolfgang Jacob, Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen, sowie Martin Scheidewig, Geschäftsführer der Kfz-Innung Ostthüringen, und überreichten die Jubiläumsurkunde.

Und die Zukunft? Die sieht die Familie weiterhin optimistisch. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt und die nächste Generation denkt bereits voraus. Christoph Herzog bringt es mit einem Schmunzeln auf den Punkt: „Wir hoffen, dass es auch noch 50 Jahre weitergeht.“

 

Titelbild: Zum Betriebsjubiläum überreichte Wolfgang Jacob (3. v. l.), Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen, die Jubiläumsurkunde an Firmengründer Günter Herzog. Mit im Bild sind seine Söhne Sylvio Herzog (v. l.), Christoph Herzog (2. v. r.) sowie Martin Scheidewig (re.), Geschäftsführer der Kfz-Innung Ostthüringen. Foto: Lea Bartzok-Porsch