51 Handwerker feiern an der Dachdeckerschule LehestenDreifacher meisterlicher Abschluss
Es war ein Tag voller Stolz, Erleichterung und großer Emotionen. In der traditionsreichen Dachdeckerschule Lehesten feierten die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen des Dachdecker-, Zimmerer- und Klempnerhandwerks ihren Prüfungserfolg. Nach Monaten intensiven Lernens und anspruchsvollen Prüfungen hielten sie mit den Abschlusszeugnissen und Meisterbriefen endlich das in den Händen, worauf sie lange hingearbeitet hatten: den verdienten Lohn für ihren Einsatz und ihr Durchhaltevermögen.
Insgesamt vier Frauen und 47 Männer bestanden die Prüfungen in Fachtheorie und Fachpraxis. Die erfolgreichen Absolventen verteilen sich auf 21 Dachdecker, 20 Zimmerer und zehn Klempner. Für 37 von ihnen bedeutet dieser Erfolg noch weit mehr. Sie haben alle vier Teile der Meisterprüfung bestanden und dürfen künftig den Titel Handwerksmeister beziehungsweise Handwerksmeisterin tragen.
Schulstandort mit gutem Ruf in ganz Deutschland
Die Teilnehmer kamen aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Hessen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg nach Lehesten. Diese beeindruckende geografische Vielfalt unterstreicht den ausgezeichneten Ruf, den die Dachdeckerschule weit über die Grenzen Thüringens hinaus genießt.
In seinem Grußwort erinnerte der Vizepräsident der Handwerkskammer für Ostthüringen, Udo Ritter, daran, dass sich die Absolventen einer anspruchsvollen Herausforderung gestellt hätten. „Sie haben Zeit investiert, Kraft aufgebracht und vor allem Durchhaltevermögen bewiesen. Dafür verdienten sie größten Respekt“, so Udo Ritter.
Er machte deutlich, dass der Meisterbrief weit mehr sei als ein Zeugnis. Er stehe für die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, Mitarbeiter zu führen und betriebliche Entwicklungen aktiv zu gestalten.
Dank an Familien, Ausbilder, Dozenten und Prüfer
Gleichzeitig richtete er den Blick auf die Menschen hinter den erfolgreichen Absolventen. Eltern, Partner, Familienangehörige und Freunde hätten oftmals auf gemeinsame Zeit verzichtet, motiviert und unterstützt. Ein solcher Weg könne nur selten allein gegangen werden. Deshalb gelte der Erfolg auch all jenen, die im Hintergrund mitgetragen und mitgefiebert hätten.
Einen besonderen Dank sprach Ritter außerdem den Ausbildern, Dozenten und Prüfern aus. Sie vermittelten nicht nur fachliches Wissen, sondern gäben ihre Erfahrung und ihre Leidenschaft für das Handwerk weiter.
Meisterbrief ist der Beginn eines neuen Kapitels
„Der Meisterbrief ist kein Schlusspunkt. Er ist der Beginn eines neuen Kapitels“, betonte Ritter. Ob als Führungskraft, Betriebsnachfolger, Unternehmer oder Ausbilder: Viele Wege stünden nun offen. Seine Botschaft war klar. Die Chancen seien groß für diejenigen, die den Mut besitzen, sie zu nutzen.
Die Festrede hielt Felix Schneider, Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH). Auch er stellte die Menschen in den Mittelpunkt, die diesen besonderen Tag mit den Absolventen teilten.
„Heute ist Ihr Tag“, sagte Schneider. Die Meisterinnen und Meister sollten den Augenblick genießen und gemeinsam mit ihren Familien feiern. Sein Wunsch für die berufliche Zukunft war ebenso humorvoll wie herzlich: Kunden, die gute Arbeit wertschätzen. Mitarbeiter, die Vertrauen schenken. Und Familien, die Verständnis zeigen, wenn am Abend noch Angebote kalkuliert oder betriebliche Entscheidungen vorbereitet werden müssen.
ZVDH-Präsident macht Mut, neue Wege zu gehen
Zugleich gab Schneider den Absolventen einen wichtigen Rat mit auf ihren weiteren Weg. Sie sollten den Mut haben, neue Wege zu gehen. Gleichzeitig sei es klug, Bewährtes nicht vorschnell über Bord zu werfen. Innovation und Tradition müssten im Handwerk kein Gegensatz sein. Oft seien es gerade die handwerklichen Grundwerte, die neue Entwicklungen erfolgreich machten.
Auch Felix Schneider hob die Bedeutung des Ausbildungsortes hervor. Lehesten sei ein Ort, an dem seit Jahrhunderten hochwertige Handwerksarbeit und die Verarbeitung von Schiefer das Bild prägten. Hier werde deutlich, was Beständigkeit, Qualität und Handwerkskunst bedeuten. Diese Werte sollten die Jungmeister mitnehmen in ihre Betriebe, auf die Baustellen und zu ihren Kunden.
Verdiente Ehrung für die drei Jahrgangsbesten
Neben den erfolgreichen Prüfungsabsolventen wurden auch die besten Teilnehmer der einzelnen Gewerke besonders geehrt. Sie hatten mit außergewöhnlichen Leistungen überzeugt und sich in ihren Meisterklassen an die Spitze gesetzt.
Im Dachdeckerhandwerk erhielt Anton Alt aus Biesheim in Hessen die Auszeichnung als bester Absolvent seines Jahrgangs. Bei den Zimmerern wurde Friedrich Steinbach aus Frankenroda für seine herausragenden Leistungen gewürdigt. Im Klempnerhandwerk setzte sich Noah Jakubowski aus Saalfeld an die Spitze des Teilnehmerfeldes.
Die Meisterfeier machte eindrucksvoll sichtbar, welche Bedeutung die Qualifizierung von Fachkräften für das Handwerk besitzt. Gerade Branchen wie das Dachdecker-, Zimmerer- und Klempnerhandwerk stehen vor großen Aufgaben. Energetische Sanierungen, moderne Gebäudetechnik, nachhaltiges Bauen und die Sicherung von Betriebsnachfolgen verlangen hervorragend ausgebildete Fachleute.
Titelbild: Welch imposantes Bild: Die Absolventinnen und Absolventen aus dem Dachdecker-, dem Zimmerer- und dem Klempnerhandwerk vereint nach ihrer Meisterfeier in der Dachdeckerschule in Lehesten.