Freispruch für Thüringer Land- und Baumaschinenmechatroniker 45 starke „Allzweckwaffen“ für Maschinen
Thüringen hat 45 frisch gebackene Land- und Baumaschinenmechatroniker. Sie erhielten in der Bildungsstätte der Handwerkskammer für Ostthüringen in Gera-Aga ihre Gesellenbriefe und wurden feierlich von den Pflichten eines Lehrlings freigesprochen.
Landesinnungsmeister Torsten Juch würdigte die gezeigten Leistungen der 43 jungen Männer und zwei Frauen in den Prüfungen und ist sich sicher, dass damit dem Handwerk wieder eine Vielzahl von hervorragend ausgebildeten Fachkräften zur Verfügung stehen. Insbesondere mit den hohen Anforderungen in diesem komplexen Berufsbild sind die Leistungen noch höher zu bewerten. „Schließlich sind wir in unserem Beruf durchaus Vorreiter, werden unsere hohen Standards selbst von der Industrie sowie in der Automobil- und Raumfahrttechnik genutzt“, so der Landesinnungsmeister. „Kaum eine andere Branche im Handwerk setzt so stark auf Digitalisierung und Hightech.“
Schlüsselfunktion bei Versorgung der Bevölkerung
Für den Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und ländlichen Raum, Mario Suckert, der als Gastredner eigeladen war, stehen die frisch gebackenen Junggesellen für die Zukunft des Freistaat Thüringen, insbesondere im ländlichen Raum. „Sie sind der Beweis dafür, dass die Jugend immer noch leistungsfähig ist“, gratulierte er den Junggesellinnen und Junggesellen. „Ohne Sie gäbe es keine produktive Landwirtschaft. Sie nehmen eine Schlüsselfunktion bei der Versorgung der Bevölkerung ein, denn ohne Sie wäre eine reibungslose Ernte und vieles mehr nicht möglich“, so Mario Suckert zu den Absolventen.
Auch der Präsident des Thüringer Bauernverbandes, Dr. Klaus Wagner, betonte die Wichtigkeit der Land- und Baumaschinenmechatroniker. Schließlich seien sie die unverzichtbaren Helfer hinter jeder Tonne Getreide.
Kernbranche für die Zukunft der Welt
Sie sind die "Allzweckwaffe für Maschinen", wie es schließlich der Geschäftsführer des Landbautechnik Bundesverband e.V., Ullrich Beckschulte, in seiner Festrede betonte. Statt Öl und Gülle sei es Hightech, die bei den Land- und Baumaschinenmechatronikern jeden Tags aufs Neue zum Einsatz kommt und gewartet werden will. „Sie arbeiten in einer Kernbranche, die für die Zukunft der Welt nicht wegzudenken ist“, so Beckschulte. Schließlich wollen acht Milliarden Menschen auf der Welt mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Das gehe nicht ohne Hightech und die Fachleute, die diese Geräte und Maschinen am Laufen halten. Gleiches gelte für den Baubereich. „Sie haben also einen Beruf für viele Branchen gewählt. Darum können sie beneidet werden“, gab er den jungen Absolventen selbstbewusst mit auf dem Weg. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass gerade in dieser Branche nicht ohne stetiges Lernen und Wissensaneignung geht, um am Ball zu bleiben. Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz seien schließlich bei den Land- und Baumaschinenmechatronikern nicht mehr wegzudenken.
Beste kommen aus Schmölln und Remptendorf
Bevor alle Junggesellen ihre Gesellenbriefe überreicht bekamen, wurden die Besten des Jahrganges gesondert geehrt. Gleich zwei Gesellen standen mit ihren Ergebnissen und über 90 Punkten in der Gesellenprüfung Teil 1 und 2 ganz vorn: Nils Uhlemann von der NewTec Ost Vertriebsgesellschaft für Agrartechnik mbH Niederlassung Schmölln sowie Nico Wagner von der TAS Thüringer Agrarservice aus Remptendorf.
Aber auch Henning Gerstung aus der Raiffeisen Waren GmbH Niederlassung Untermaßfeld, James Leon Krämer von der Raiffeisen-Techni-Trak GmbH Buttelstedt und Phil Görmer von der Kurt König Baumaschinen GmbH aus Einbeck wurden für ihre sehr guten Prüfungsleistungen ausgezeichnet.
Titelbild: Die frisch gebackenen Junggesellinnen und Junggesellen als Land- und Baumaschinenmechatroniker beim Gruppenbild vor den beeindruckenden Landmaschinen mit den zahlreichen Ehrengästen, die die Bedeutung der Branche für die weitere Zukunft mehr als deutlich machen.