Meisterfeier der Handwerkskammer für Ostthüringen: Wertpapiere für die Berufselite

(14.11.2016) 115 Jungmeisterinnen und Jungmeister sowie zehn Betriebswirte des Handwerks erhielten im Rahmen der Meisterfeier der Handwerkskammer für Ostthüringen in Gera ihre Meisterbriefe bzw. Zeugnisse überreicht. Unter den Gästen waren neben dem Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen, Bodo Ramelow, der auch die Festrede hielt, zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, so beispielsweise die stellvertretenden Ministerpräsidentin und Thüringer Finanzministerin Heike Taubert, die Landräte des Landkreises Altenburger Land und des Saale-Orla-Kreises.

Drucker ist Jahrgangsbester

Als bester Jungmeister des Jahrganges 2016 konnte Druckermeister Jens Meinhardt aus Pößneck geehrt werden und den Preis der Volksbank eG Gera-Jena-Rudolstadt entgegennehmen. Als weitere Vertreter der Gewerke wurden zudem Maler- und Lackierermeister René Arnold aus Apolda mit dem Preis der IKK classic sowie Installateur- und Heizungsbauermeister Sebastian Riese aus Gera mit dem Preis des Versorgungswerkes der Kreishandwerkerschaften/Innungen e.V. ausgezeichnet. Bei den Betriebswirten erhielt die Ehrung als Jahrgangsbeste Sarah Schrantz aus Hohenleuben, die sich über den Preis des Versorgungswerkes des Ostthüringischen Handwerks e.V. freuen konnte.
Klaus Nützel, Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen, unterstrich in seiner Begrüßungsrede die große Bedeutung des Meisterbriefes sowie der Zusatzqualifikation als Betriebswirt des Handwerks und beglückwünschte alle Jungmeister und Betriebswirte zum Erreichten. „Mit den höchsten fachlichen Qualifikationen des deutschen Handwerks haben Sie die entscheidenden Ausgangsinvestitionen für Ihre Berufs- und Lebensplanung getätigt“, so Klaus Nützel.

1000 Meisterprämie kommt

In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass die langen Gespräche mit der Thüringer Landesregierung zur Einführung eines Meisterbonus als finanzielle Prämie für den erfolgreichen Abschluss und als wirksames Motivations- und Förderinstrument mittlerweile beschlossen ist. So werden in den künftigen Jahrgängen die besten Meisterabsolventen jedes einzelnen Gewerkes mit einem finanziellen Bonus von 1000 Euro geehrt. Das Thüringer Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass ab dem 2017 jährlich thüringenweit ca. 30 bis 40 erfolgreiche Meister diese Prämie erhalten werden. Der Meisterbrief steht aber gleichzeitig auch für die Qualität der dualen Ausbildung, die weltweit anerkannt ist und einen sehr guten Ruf besitzt.

Azubi-Ticket weiter auf Agenda

„Wir brauchen nicht nur Wissenschaftler und Akademiker, sondern auch junge Menschen, die Werte mit ihrer Hände Arbeit schaffen“, so der Kammerpräsident. Deshalb sei es insbesondere angesichts der sich durch die Anpassungen des Berufsschulnetzes ergebenden weiteren Wege für Azubi zu den Berufsschulen dringend notwendig, ein kostenreduziertes Azubi-Ticket analog des studentischen Semestertickets einzuführen. „So könnten wir deutlich zur finanziellen Entlastung der Auszubildenden und deren Eltern beitragen sowie die Attraktivität der Ausbildung steigern.“

Beständige Wertpapiere

Der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Bodo Ramelow, unterstrich in seiner Festrede, dass gerade in Zeiten einer weltweiten Niedrigzinspolitik der Meisterbrief das beste Wertpapier ist und für Beständigkeit steht. Mit Blick auf immer wieder aufkeimenden Bestrebungen auf europäischer Ebene, den Wert des Meisterbriefes aufzuweichen, sagte er: „Wir müssen den Meisterbrief verteidigen. Er ist mehr als ein Blatt Papier, sondern die Garantie für Kunden auf beste Leistungen.“ Deshalb sei die meisterliche Arbeit ein zentrales Anliegen. „Wer billig haben möchte, wird Pfusch bekommen“, so der Ministerpräsident.

Gemeinsam für Erfolg werben

Mit Blick auf den Fachkräftemangel und die in den kommenden Jahren zu erwartende Verrentungswelle, machte Bodo Ramelow deutlich, dass nicht nur der Meistertitel zu verteidigen sei, sondern auch die betriebsnahe Ausbildung. Dabei nehmen die Jungmeister und Betriebswirte eine Schlüsselposition ein. „Werben Sie für die duale Ausbildung für Ihren Beruf und für das Handwerk insgesamt“, macht er den Absolventen Mut für die Zukunft. Die jetzigen Absolventen seien ein deutliches Signal, welche Chancen dieser Weg biete, so Thüringens Ministerpräsident ab-schließend, bevor alle Jungmeisterinnen, Jungmeister und Betriebswirte ihre Meisterbriefe und Zeugnisse erhielten.

 

Foto: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Kammerpräsident Klaus Nützel gratulieren dem Jahrgangsbesten, Druckermeister Jens Meinhardt aus Pößneck, im Beisein von Hendrik Ziegenbein von der Volksbank eG Gera-Jena-Rudolstadt (v.r.).