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Betriebsübernahme

Bei einer Existenzgründung muss es sich nicht immer um eine Neugründung handeln. Alternativ bietet sich die Übernahme eines bereits bestehenden Unternehmens an. Da in den nächsten Jahren zahlreiche Handwerksbetriebe vor der Herausforderung stehen werden, einen Nachfolger zu finden, waren die Chancen noch nie so gut wie jetzt, durch eine Betriebsübernahme in die Selbstständigkeit zu starten.



Persönliche Voraussetzungen

Für eine erfolgreiche Unternehmensübernahme sollte der potentielle Nachfolger folgende persönliche Voraussetzungen mitbringen:

  • Fachliche Qualifikationen, Zulassungsvoraussetzungen, Berufserfahrung
  • Kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Erfahrungen
  • Persönliche Eignung, körperliche und gesundheitliche Voraussetzungen
  • Unternehmerpersönlichkeit, Führungsqualitäten, soziale Kompetenzen


So finden Sie einen Betrieb

Auf der Suche nach einem zur Übernahme stehenden Betrieb, ist es wichtig, sich ein Bild von dessen Wettbewerbsfähigkeit zu machen. Achten Sie dabei besonders auf das Produkt- und Leistungsprogramm, den Standort, die maschinelle Ausstattung als auch die Organisation des Betriebes. Details wie

  • die Größe des Kundenstammes,
  • die Qualifikationen der Mitarbeiter,
  • die bestehenden Arbeitsverträge,
  • die Konkurrenzsituation am Markt,
  • baurechtliche Bedingungen und
  • die Beweggründe für die Übergabe des Betriebes

sollten Berücksichtigung finden, um einzuschätzen, ob das zu übergebende Unternehmen eine solide Grundlage darstellt. Vergleichen Sie aufgrund der großen Tragweite Ihrer Entscheidung nicht zuletzt Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen des Betriebes mit Branchendurchschnittswerten.

Zur Suche nach passenden zur Übernahme stehenden Betrieben eignet sich die Nachfolgebörse „nexxt-change“ der KfW-Bank.

Gern können Sie auch aktiv nach einem Betrieb suchen, der zur Übernahme steht. Nutzen Sie hierfür das nachfolgende Formular!

 Erfassungsformular für Kaufgesuche



Unternehmenswert

Bei der Frage nach dem Wert des Unternehmens gehen die Ansichten von Übergeber und Nachfolger oftmals auseinander. Der Übergeber muss sich von seinem Lebenswerk trennen und überschätzt somit oft den Unternehmenswert. Der Nachfolger hingegen möchte einen möglichst geringen Kaufpreis zahlen. Lassen Sie daher immer eine Ermittlung des Unternehmenswertes vornehmen. Mögliche Verfahren hierfür sind

  • das Substanzwertverfahren,
  • das Ertragswertverfahren oder
  • das AWH-Verfahren.


Formen der Übernahme

Im Handwerk gibt es verschiedene Formen der Betriebsübernahme. Dazu zählen:

  • entgeltliche Übernahme (Kauf)
  • unentgeltliche Übernahme (Schenkung)
  • Pacht
  • Beteiligung

Zur Klärung aller steuerlichen und rechtlichen Fragen ist es ratsam einen unabhängigen Steuerberater bzw. Rechtsanwalt hinzuzuziehen.



Finanzierung

Eigenmittel (sowohl Geld- als auch Sacheinlagen) begünstigen die Übernahme, sind in der Regel jedoch nicht ausreichend. Nutzen Sie deshalb auch die öffentlichen Förderprogramme des Bundes sowie des Freistaates Thüringen. Weitere Informationen finden Sie hier .



Übernahmekonzept

Sobald mit dem Übergeber eine Übereinstimmung getroffen werden konnte, kann mit der Erstellung des Übernahmekonzeptes, bestehend aus Businessplan, Finanzierung, Verträgen und Terminen, begonnen werden. Der Businessplan wird spätestens zum Bankgespräch benötigt, weil die Banken sonst keine Kredite vergeben.

 

Die betriebswirtschaftlichen Berater der Handwerkskammer für Ostthüringen beraten Sie gern.

Beate Jeworutzki

Betriebswirtschaftliche Beraterin

Handwerkstraße 5
07545 Gera
Tel. 0365 8225 175
Fax 0365 8225 199
jeworutzki--at--hwk-gera.de

Viola Poser

Betriebswirtschaftliche Beraterin

Handwerkstraße 5
07545 Gera
Tel. 0365 8225 191
Fax 0365 8225 199
poser--at--hwk-gera.de

Petra Vetterlein

Betriebswirtschaftliche Beraterin

Handwerkstraße 5
07545 Gera
Tel. 0365 8225 173
Fax 0365 8225 199
vetterlein--at--hwk-gera.de