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Kleines 1x1 der Walz


Aufklopfen ......  nennt man eine Gesellenversammlung. Sie findet für reisende Gesellen mindestens aller vierzehn Tage und für einheimische Gesellen alle vier Wochen an einem Sonnabend ab zwanzig Uhr statt. Zur festgesetzten Zeit klopft der Altgeselle mit dem "Reglement", einem mit Bändern geschmückten Holzstab, dreimal auf den Tisch, als Beginn der Zeremonie.

Charlottenburger ...... nennt sich ein 80 x 80 cm großes bunt bedrucktes zünftiges Tuch. Darin trägt der Fremdgeschriebene seinen ganzen persönlichen Besitz wie Arbeitssachen, Wäsche und Werkzeug eingeschnürt bei sich. Mittendurch geht eine Wasserwaage oder der Steg einer Handsäge, woran der Tragriemen befestigt ist.

Erwanderung, Erwanderungsband .......Die Aufnahme eines Gesellen in eine Gesellschaft wird Erwanderung genannt. Zur Erwanderung wird ein Erwanderungsband bestellt und zur Einheimischmeldung überreicht.  In das Band sind Name, Geburtstag, Geburtsort, Erwanderungsdatum und Ort sowie Einheimischmeldung eingestickt.

Fleppen ......  sind die persönliche Dokumente der Reisenden. Die Fleppen werden nach zwei Kategorien unterschieden. Zum einen die Dokumente und Utensilien, die ein Reisender bei sich trägt, zum anderen Erinnerungsstücke aus der Wanderzeit und Andenken an Gesellschaftsanlässe aus der Zeit nach der Tippelei.

Kluft .....  So nennt man die Zunftkleidung oder Tracht des Gesellen. Sie besteht aus dem schwarzen Hut, der Staude, der Samt- oder Manchesterweste, den schwarzen Schuhen oder Stiefeln und der jeweiligen Ehrbarkeit. Dazu trägt der Geselle einen Ohrring mit Handwerkswappen und eine Zunftuhrkette mit den Wappen der Städte, in denen er gearbeitet hat. Dieser Zunftschmuck ist jedoch nicht immer erforderlich. Jeder kann selbst entscheiden, ob er ihn benutzt. Weitere Verzierungen an der Kluft sind nicht gestattet.

Reglement ......  Statussymbol des Wortführers (Maurers) bzw. des Altgesellen (Zimmerer). Durch Klopfen mit dem Reglement schafft er sich bei Zusammenkünften auf dem Handwerkssaal Gehör. (Aufklopfen)

Schallern......  Das Singen von zünftigen Gesellenliedern zu den verschiedensten Anlässen.

Schmalmachen ....Zünftiges Vorsprechen bei Krautern (Meistern), Innungen, Handwerkskammern, Gewerkschaften ... nach einer kleinen Reiseunterstützung, einem Wegzehr, einem Labtrunk oder einem kostenlosen Nachtquartier. Die dafür anzuwendenden Sprüche sind den Umständen entsprechend verschiedener Art.

Stenz .....Der Stenz ist der Wanderstab der reisenden Gesellen und im gesellschaftlichen Ritual ein wichtiges Utensil. Es ist ein in der Natur gewachsener Stock, um den schlangenförmig Schlingenpflanzen eingewachsen sind. Nach dem Entfernen der Schlingenpflanzen und mit etwas Schnitzerei erhält man einen je nach Wuchs wunderbar bizarren Wanderstab, welcher Stenz genannt wird.

Tippeln ... bedeutet Wandern oder auf die Walz gehen bzw. auf der Walz sein.

Walz ...... Als Walz wird die Wanderschaft oder auch das Reisen bezeichnet. Während der Wanderschaft darf sich der reisende Geselle seinem Heimatort nur im Abstand von 50 km, bei den Rolandsbrüdern 60 km, nähern. Bevorzugt ist das europäische Ausland, aber auch die Reise nach Übersee ist möglich. Anfangs wird der Geselle von einem älteren Reisenden begleitet. Gereist wird zu Fuß oder per Anhalter. Öffentliche Verkehrsmittel sind nach den Zunftregeln zu meiden oder sogar strikt verpönt (außer nach Übersee).


 
Wir helfen gerne:

Pressesprecher
Herr
André Kühne

Tel.:0365 8225 148
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